Köstliche Brote aus dem Thermomix ®

Tipps & Tricks von Iris Korsmeier (www.ikors.blogspot.de)

Schon mal was von der Joghurtkruste gehört? Ja genau - eins der Klassiker-Rezepte im Internet, entwickelt von Iris Korsmeier vom Blog IKORS, und es schmeckt einfach fantastisch. Wir haben uns mit Iris getroffen und sind ihrer Leidenschaft fürs Backen nachgegangen. Sie stand uns Rede und Antwort und berichtete von ihrer Leidenschaft fürs Backen, den Geheimtipps für perfekte Brote und hält natürlich auch leckere Rezepte für uns bereit.

Liebe Iris, ein Blick in deinen Blog und jeder weiß Bescheid: Du hast eine besondere Leidenschaft fürs Backen. Woher rührt diese Leidenschaft?

Meine Leidenschaft fürs Kochen und Backen habe ich schon seit meiner Kindheit. Mit Mama in der Küche stehen und helfen war das Größte. Und mit meiner Oma habe ich auch schon damals dem TV-Koch der ‚Drehscheibe‘ völlig fasziniert zugeschaut. Schließlich habe ich in meiner Schulzeit mit Freundinnen auf dem Schulhof Rezepte „erfunden“ und irgendwann nachgekocht – und in Mamas Küche Pizza und Co gebacken. Zum Glück durfte ich mich da immer schon ausleben, auch wenn die Küche danach aussah wie ein Schlachtfeld.

Gibt es ein Brotrezept, das du besonders gern magst? Was ist dein Lieblingsbrot?

Oh, das kann ich so gar nicht sagen, da ich viele Brote liebe. Als Erstes fällt mir natürlich schon die Joghurtkruste ein, ein Mischbrot, das sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Belägen schmeckt. Es ist ein Hefebrot aus Weizen und Roggenmehl und ist recht schnell gemacht. Als Zweites mag ich z.B. am Wochenende gern mein Mohnbrot. Ein helles Brot, das am Sonntagmorgen super zum Frühstück passt. Als Drittes würde ich dann noch das Kosakenbrot mit dazu nehmen,  da es mit Sauerteig gebacken wird und einen hohen Roggenanteil hat. Dadurch ist es super saftig und hält lange frisch.

Eine Antwort interessiert uns besonders: Warum sind deine Brote so beliebt?

Ich glaube, weil sie jedem gelingen und vielfältig sind. Ich habe mittlerweile über 80 verschiedene Brote auf meinem Blog. Da findet jeder seinen Favoriten. Die Joghurtkruste wurde schon von so vielen Menschen gebacken und ist sehr beliebt. Das ist schon toll, wenn man sieht, wie dieses Brot eigentlich jedem gelingt und auch offensichtlich schmeckt.

Hast du eine Art Grundregel für deine Brot-Rezepte?

Weniger ist mehr. Das gilt für die Zugabe von Hefe. Viel Hefe verkürzt die Gehzeit und lässt die Brote schneller austrocknen. Dann schmecken sie nicht mehr. Ich mag auch den starken Hefe-Geschmack beim Brot nicht. Also lieber weniger und dafür länger gehen lassen. Viele geben zum Teig Essig dazu, um die viele Hefe zu neutralisieren, aber erstens dient der Essig zur Vorbeugung von Schimmel und zweitens: Warum so viel Hefe in den Teig geben, um es dann mit Essig zu „bekämpfen“? Gut Ding will Weile haben!

Du bist Spezialistin wenn es um Thermomix ® und Brotbacken geht. Was hältst du von Sauerteig, Hefe, Weinsteinbackpulver oder anderen Triebmitteln?

Ich habe mich irgendwann mit dem Thema Sauerteig  beschäftigt. Das erschien mir immer sooo kompliziert. Der gekaufte Sauerteig schmeckte mir nicht, das selber ansetzen habe ich nicht wirklich verstanden. Die Anleitungen waren so kompliziert geschrieben, weshalb ich den  Gedanken, Sauerteig selber herzustellen, immer wieder verworfen habe. Dann war aber die Neugier doch zu groß, und ich habe es einfach mal probiert. Und siehe da, es ist gar nicht so kompliziert. Ich habe es dann mal in ganz einfacher Form aufgeschrieben und auf meinen Blog gestellt. Viele haben es schon versucht und sind ganz glücklich darüber, dass ich es „idiotensicher“ aufgeschrieben habe. Ich habe dann auch auf meiner Facebook Seite mit vielen Nutzern zusammen Sauerteig angesetzt. Jeden Tag haben sie ihre Fotos gepostet und nach einigen Tagen hatten sie ihren eigenen Sauerteig hergestellt und pflegen ihn seit dem und backen regelmäßig Sauerteigbrote. Und es war gar nicht so schwer. Nun wohnt ein Glas mit ASG/Sauerteigansatz bei vielen Familien im Kühlschrank. Und bei guter Pflege kann der Jahre alt werden. Zur Hefe sage ich nur...weniger ist mehr (siehe oben). Mit Backpulver backe ich nur Kuchen und Gebäck. Das hat für mich im Brot eher nichts zu suchen.

Deine Brote sehen derart lecker aus, als kämen sie frisch vom Bäcker. Welchen Top-Tipp kannst du uns für das perfekte knusprige Brot geben?

Backen mit geschlossenem Deckel!!!
Warum backen wir Brot im geschlossenen Topf? Natürlich kann man Brot auch OHNE "Topf" backen, aber da wir mit unseren Öfen nicht das feucht heiße Klima eines Profibackofens erzeugen können, nutzen wir einen Trick. Durch den geschlossenen Topf backt das Brot im feucht heißen Klima und bekommt eine weiche Krume (das ist das Innere vom Brot) und eine tolle Kruste. Der Topf soll dem Brot nicht die Form geben, sondern es sollte locker darin liegen damit die Luft drum herum zirkulieren kann. Sozusagen sollte es wie ein frei geschobenes Brot darin liegen und nicht wie ein Kuchen, bei dem die Backform dem Teig die Form gibt. Und wenn man dem Brot eine gute Oberflächenspannung durch "falten" gibt, hält es auch beim Backen die Form und es wird ein schönes rundes oder ovales Brot wie vom Bäcker.

Rezept: Joghurtkruste

Zutaten:

  • 240 g Wasser
  • 10 g frische Hefe
  • 350 g Weizenmehl 550er
  • 150 g Roggenmehl 1150er
  • 100 g Joghurt (ich hatte 3,8% )
  • 2 TL Salz
  • 1 TL Honig
  • 1 TL Backmalz selbstgemacht
  • 2 EL weißen Balsamico
Zubereitung:
  1. Wasser und Hefe in den Mixtopf geben und 3 Min./37°/ Stufe 1 verrühren.
  2. Restliche Zutaten zugeben und 4 Min./Knetstufe.
  3. Teig in einer gemehlten Schüssel und mit Mehl bestreut 1 ½ Stunden gehen lassen.
  4. Danach den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und mehrmals zusammenfalten und zu einem Brot formen.
  5. Den Zaubermeister, Römertopf oder ähnliches einfetten und bemehlen. Das Brot hineinlegen, mit Mehl bestreuen und einschneiden, Deckel auflegen und in den kalten Ofen, auf die unterste Schiene stellen.
  6. Bei 240 Grad Ober- und Unterhitze, ca. 50-60 Minuten backen, dann ohne Deckel nachbräunen.

Rezept: Sesam Buttermilch Brot

Zutaten:

  • 450 g Buttermilch
  • 1 TL Honig
  • 15 g Hefe
  • 400 g Weizenmehl 550er
  • 100 g Weizenmehl 1050er
  • 100 g Roggenmehl 1150er
  • 1 ½ TL Salz
  • 30 g Sesam
  • 2 TL Backmalz selbstgemacht

Zubereitung:

  1. Buttermilch, Honig und Hefe in den Mixtopf geben und 3 Min./37°/ Stufe 1 verrühren.
  2. Restliche Zutaten zugeben und 4 Min./Knetstufe.
  3. Den Teig in einer Schüssel mit Deckel 1 Stunde gehen lassen.
  4. Danach den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und mehrfach falten, formen und in den gefetteten und bemehlten Zaubermeister, Römertopf o.ä. legen.
  5. Mit Wasser besprühen und mit Sesam bestreuen. Dann einschneiden und mit Deckel in den kalten Ofen auf die unterste Schiene stellen.
  6. Bei 240 Grad Ober- und Unterhitze ca. 50-60 Minuten backen, evl. noch ein paar Minuten ohne Deckel nachbräunen.

nach oben